Bangkok. Die thailändische Regierung hat immer wieder deutlich gemacht, dass Ausländer in Krankenhäusern nicht kostenlos behandelt werden. 

Wer bei einer Botschaft oder einem Konsulat ein sogenanntes Rentnervisum (O/A für ein Jahr, O/X für zehn Jahre) beantragt, muss jetzt eine Krankenversicherung nachweisen. Die Deckungssumme muss für ambulante Behandlungen 40.000 Baht und für stationäre Behandlungen 400.000 Baht betragen. 

Die Rentner, die sich in Thailand aufhalten und hier ihr Visum verlängern, brauchen indes diesen Nachweis derzeit nicht. 

Ein wichtiger Grund könnte sein, dass viele Rentner zu alt sind und kein Unternehmen sie versichern will. Doch gleichzeitig zahlen nicht versicherte, aber wohlhabende Rentner für ihre Behandlungen Millionen von Baht an Privatkrankenhäuser. Auch sie könnten nicht in Thailand bleiben, wenn plötzlich verlangt wird, dass sie eine Krankenversicherung abschließen müssen. Das käme einem hohen Einkommensverlust gleich.

Es gibt keine überzeugenden Beweise, dass es Auswanderer sind, die den thailändischen Krankenhäusern großen finanziellen Schaden zufügen. Das Hauptproblem sind eher die jüngeren Touristen, von denen die meisten nicht versichert sind. Von zehn Aufrufen zum Crowd Funding, um den Leuten die Heimreise zu ermöglichen, waren letztes Jahr mit einer Ausnahme alle jünger als 50, einige sogar jünger als 30 Jahre.

Niemand bezweifelt, dass eine Krankenversicherung vernünftig ist. Doch man sollte vorsichtig sein, sonst schüttet man das Kind mit dem Bade aus. Leonard Brix

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