Schaffe schaffe Häusle baue....

Die erste Frage, die sich stellt: selber bauen oder “von der Stange?”, d.h.

ein Eigenheim in einem  sogenannten “Moo Baan” -neudeutsch Village oder Projekt.

 

Vorteile:

     –   man weiss, was man bekommt, besichtigt Musterhäuser

  • Sicherheitsdienst, Strassenreinigung, Gemeinschaftspool, ggf sogar ein Gym
  • kein Durchgangsverkehr

     –   man hat Nachbarschaft!

     –   je nach Management und/oder Nachbarschaft kann man das Haus schon mal

         unbewohnt lassen und verreisen

 

Nachteile:

 

    • 2,3 oder mehr Haustypen, ggf. mit individueller Fliesenauswahl,
    • dementsprechend sehen sich alle Häuser sehr ähnlich
    • eigene Wünsche bezüglich der äusseren Erscheinung sind schwer zu verwirklichen

 

Individuelles Bauen:

 

 

Will man sich nun ein Stück Land suchen und darauf ein Haus nach eigenen Vorstellungen bauen, wird es komplizierter, dafür erhält man später genau dass, was einem gefällt und den Lebensumständen entspricht.

 

Die Grundstücke sind in der Regel groesser als in einer Wohnanlage.

 

Bei der Landsuche sollte die Umgebung und Lage beachten: wo sind Wasser, Strohm, Minimarkt und wie ist die Verkehrsanbindung. Ein Rai (1 600 m2)fuer eine  Mio Baht kann teuer sein, wenn der Strohm über Kilometer rangeholt werden muss. Weiterhin bestimmt die Lage auch die späteren Wiederverkaufsmöglichkeiten.

 

Faustregeln (die nicht immer stimmen!): je teurer, desto näher am Strand – eine Luxusvilla für 20+ Mio Baht 20 Km ausserhalb von Pattaya zieht weniger Kaufinteressenten als ein durchaus kleineres Anwesen in Laufnähe zum Dong Tang Strand.

Also, erst mal ein Grundstück finden, und nun?

 

Wer baut das Haus? Es gibt mittlerweile fast so viele Baufirmen wie 7/11s. Nicht alle sind gut und zuverlässig, die meisten jedoch besser als der Ruf.

Wir sollten immer bedenken, das man in Thailand pro m2 viele weniger bezahlt als in Europa, die Bauarbeiter und Handwerker nicht aus der deutschen Handwerkszunft mit einigen hundert Jahren Tradition stammen. Der Fliesenleger in Deutschland hat vermutlich eines der schönsten Bäder, die man sich vorstellen kann, der das hier macht lebt in einer provisorischen Arbeiterunterkunft und ist ansonsten Reisbauer. Wenn man darueber mal intensiv nachdenkt, ist die hiesige Qualität erstaunlich gut!

 

Wenn man nicht vom Fach ist und wenig Thai spricht gibt man den Auftrag an einen Generalübernehmer, sprich Bauunternehmer

 

Immer daran denken: Bauen ist auch in Europa mit Stress verbunden, und dort hat man Verbraucherschutz und “kennt sich aus”, zumindest ein bisschen.

 

Dabei ist der billigste natürlich nicht immer der beste. Rechnen ist schwierig und sehr oft verkalkuliert sich der Bauunternehmer. Resultat: entweder man zahlt dann doch mehr, oder die Bautruppe samt Boss verschwindet einfach.

Da ein Bauherr hier immer in Vorlage geht, wird hier Geld verloren. 

Zum Beispiel, wird zu wenig Eisen im Pool verwendet kann man den nicht mit Wasser auffüllen, sondern nur abreissen und neubauen, dafür war das natürlich 20% günstiger als einer Fachfirma.

 

Man soll sich im klaren sein, dass hier die “Verdingungsordnung Bau” nicht zum tragen kommt, Sicherheitseingehalte und Bankbürgschaften unüblich sind, Garantie keinesfalls selbstverständlich ist und der Klageweg lang und mühsam.

 

In Thailand ist es viel wichtiger als bei uns, wer der Vertragspartner ist.

Dieser sollte sorgfältig ausgesucht werden, man sollte sich unbedingt Referenzprojekte zeigen lassen, Erfahrungsberichte von Kunden einholen und nicht zu letzt den Makler fragen.

 

Wichtig ist, dass  ein korrekter Vertrag gemacht wird. Dieser wird nicht den Umfang eines Werkvertrages aus Deutschland haben, sollte aber folgende Punkte behandeln:

 

Was für ein Haus wird gebaut – Grundrissplan als Anlage

Was ist im Preis enthalten – Küche, Klimageräte, Einbauschränke, etc.

Wann wird das Haus fertig?

Wann wird was bezahlt- Baufortschritt!!

Welche Budgets gibt es für Fliesen, Waschbecken, Toiletten, Fenster etc.

 

Letzteres ist deshalb wichtig, da erfahrungsgemäss der Bauherr seine Meinung während der Bauphase ändert: man sieht viel, findet plötzlich eine andere Fliese, möchte dann doch den tollen Granit mit Goldeinschuss, etc .

Jetzt muss nachverrechnet werden, alter Preis raus, neuer rein. Hat man den “Standard” definiert, gibt es keinen Streit.

 

Man sollte eine 10%  Schlusszahlung vereinbaren, die fällig wird, wenn das Haus vom Bauherrn abgenommen wird, möglichst im Beisein vom Makler als Zeugen. Wenn alles funktioniert wird der Rest bezahlt. 

Thailand ist nicht Schleswig Holstein oder Bayern:

in der zweiten Folge werde ich darüber berichten, wie ein ideales Haus in den Tropen auszusehen hat und was man anders machen muss als bei uns.

Bild:Pixabay

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